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Autumn Patch Teaser 1

PvP auf dem Teststand

Geschrieben von CipSoft (übersetzt von Mystic Lord of Woodfield) on Thursday 05 August 2010
Konflikte zwischen Spielern gehörten schon immer zum Kern des tibianischen Spielgefühls. Tibia hat viele Features, die es von anderen Spielen abhebt - Das sind vor allem der Einfluss, den ein Spieler schon allein durch seine Anwensenheit hat, sowie dass es keine Begrenzung der Charakterlevel gibt, dass die Folgen eines Todes eher harsch sind und dass es auf PvP-Welten nahezu keine Schranken gibt bezüglich der Vorgehensweise im Spielerkampf. Alle diese Eigenheiten führen dazu, dass Spieler regelmäßig mit anderen Spielern interagieren müssen, ob sie es wollen oder nicht. Das wiederrum ist die Grundlage für Konflikte im Spiel, gleichzeitig aber auch der Urpsrung einer sehr starken Gemeinschaft, insbesondere da diese Features der Gemeinschaft auch eine gewisse Macht geben, sich selbst zu kontrollieren. Ein wichtiges Weg, um solche Konflikte beizulegen, ist die Konfrontation im Kampf, den Regeln der Spielmechanik folgend.

1. Definition


"Player versus Player", kurz "PvP", beschreibt alle Formen des Kampfes zwischen Spielern unter Verwendung der entsprechenden Spielmechaniken. Im Gegensatz dazu steht "Player versus Environment", kurz"PvE", der Einsatz der Spielmechanik zum Kampf gegen computergesteuerte Gegner. "PvP" enthält zum einen Kämpfe, die in gegenseitigem Einverständnis ablaufen (z.B. im Kriegsmodus) sowie Schlachten ohne dieses Einverständnis. "PvP" ist ein sehr gängiger Begriff, daher wird diese Abkürzung im weiteren Textverlauf verwendet werden.

Tibia hat derzeit drei verschiedene Typen für Spielwelten, die das Ausmaß an PvP definieren. Optionale PvP-Welten ermöglichen kein PvP ohne gegenseitige Einwilligung, auf Hardcore PvP-Server sind in Bezug auf PvP keine Grenzen gesetzt. Nur Offene PvP-Welten geben dem Spieler einen gewissen Freiraum und verhindern gleichzeitug auch ein Ausufern des PvPs.

Dieser Beitrag soll unsere aktuellen Überlegungen und geplanten Vorhaben darlegen, die problematische Bereiche des PvPs betreffen. Da Probleme häufig dort auftreten, wo PvP ohne Einwilligung geschieht und wo ein regulierender Eingriff erwartet wird, befasst sich der Beitrag fast ausschließlich mit offenen PvP-Welten.

2. Analyse


Die Gemeinschaft in Tibia umfasst eine Vielzahl von Spielertypen und jeder Spieler hat persönliche Vorzüge, wie er das Spiel spielen will. Während einige einfach nur gerne mit Freunden rumhängen, ziehen andere die Jagd vor und das Weiterentwickeln des Charakters. Einige Spieler sind fast ausschließlich in PvP interessiert, andere überhaupt nicht. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass nur eine dieser Interessen auf einen Spieler zutrifft. Meist sind es Kombinationen dieser, so gibt es Spieler, die zwar gerne mit anderen Spielern kämpfen aber auch dem Rollenspiel nicht abgeneigt sind.

Um alle Probleme und mögliche Lösungen zusammenzustellen, die PvP betreffen, galt es herauszufinden, wie die Mehrheit der Spieler am liebsten spielt, wenn es um bestimmte Bereiche des PvP geht. Dazu haben wir viele verschiedene Quellen zu Rate gezogen, u.a. alle Kanäle des Spielerfeedbacks durch Foren, eMails, Umfragen und Diskussionen. Aus all diesen Rückmeldungen, haben wir Beschreibungen der PvP-Motivationen erstellt, die am ehesten auf die Mehrheit der Spieler zutrifft.

2.1 PvP-Motivation

Wir haben viele persönliche Einstellungen gegenüber PvP in so wenig Definitionen wie möglich zusammengefasst. Als Ergebnis haben wir nun drei verschiedene Typen der PvP Motivation. Natürlich werden viele Spieler nicht nur zu einer dieser Kategorien gehören, sondern mal zu einer, mal zur anderen. Nichtsdestotrotz repräsentieren die folgenden drei Typen die meisten Spieler gut:

  • "PvP zum Dominieren"

    Spieler, deren Ziel Dominanz im Spiel ist, sind meist auf Macht und deren Nutzen aus. Dieser Spielertyp nutzt PvP in Tibia als Mittel um Macht und Dominanz zu erhalten, haben aber an dem eigentlichen Kampf wenig Interesse. Sie zetteln Kriege an, um einen Server beherrschen zu können und ihnen sind alle Mittel recht, um das zu erreichen. Das heisst auch, dass sie die Spielmechaniken ausreizen und auch auf nicht vorgesehenen Arten einsetzen. Diese Gruppe enthält auch viele sogenannte "Griefers", deren Interesse nur daran liegt, anderen den Spielspaß zu rauben. Oft ist sie Schuld, wenn Spieler aus einer Welt vertrieben werden und sind auch für das sogenannte "Power Abusing" (engl., Machtmissbrauch) verantwortlich. Um diese Macht zu missbrauchen, muss man sie natürlich erst besitzen. Aber da jedoch Macht nur ansprechend ist, wenn nur wenige sie besitzen, ist diese Gruppe rein prinzipiell eine Minderheit. Sobald es zu viele domininierende Spieler auf einer Spielwelt gibt, ist ein Konflikt unvermeidlich, um die Zahl der Personen mit Macht zu reduzieren. Da dieser Spielertypus eine große Gruppe an Spielern brauch, über die er dominieren kann, spielt er üblicherweise auf offenen PvP-Welten.

    "Nearly all men can stand adversity, but if you want to test a man's character, give him power." - Abraham Lincoln

  • "PvP als Herausforderung"
    Spieler, die PvP als Herausforderung sehen, suchen eher nach Gegner, statt nach Opfern. PvP macht ihnen Spaß und dient als Selbstzweck. Es geht um den direkten Wettkampf mit anderen Mitspielern. Sie verbessern ihre Fähigkeiten und lernen aus Erfahrung, stets auf der Suche nach ebenbürtigen Gegnern. Einen eindeutig unterlegenen Gegner anzugreifen jedoch, macht ihnen keinen Spaß - es ist keine Herausforderung. Viele Spieler dieses Typs spielen auf Hardcore PvP-Servern, doch noch mehr spielen auf offenen PvP-Welten, da sie dort wegen des etwas strengerem Regelsystems eher mit einem fairen Kampf rechnen können.

    "The ability to learn faster than your competitors may be the only sustainable competitive advantage." - Arie de Geus

  • "PvP für die Gerechtigkeit"

    Die meisten Spieler, die nach Gerechtigkeit streben, betreiben üblicherweise kein PvP. Aber ihr Sinn für Fairness und Gerechtigkeit ist stark, sodass sie, wenn nötig, selbst zur Tat schreiten, um dies durchzusetzen. Sie verwenden PvP ausschließlich defensiv, sei es um sich selbst oder jemand anderen zu verteidigen. Diese Spieler bilden das Rückgrad jeder PvP Gemeinschaft, da sie diejenigen sind, die durch ihren Sinn für Fairness und Gerechtigkeit festlegen, was als Recht und Unrecht gilt. Ohne diese Spieler würden alle Spielwelten in Anarchie versinken. Obwohl diese Spieler keine Interesse am Töten anderen Spieler haben, wollen sie nicht auf einer optionalen PvP-Welt leben, da sie stets die Möglichkeit offen haben wollen, Gerechtigkeit mittels PvP durchsetzen zu können.

    "Only the man who has enough good in him to feel the justice of the penalty can be punished." - William Ernest Hocking


Dies zeigt, das obwohl Tibia drei verschiedene Regelsätze für PvP bietet, nicht alle Spielertypen in Hinblick auf PvP befriedigt werden können. Die drei genannten Typen können sich zwar zu einem gewissen Grad auf die Regelwerke verteilen, aber wie gezeigt wurde, haben sie dennoch alle gute Gründe auf einem offnen PvP-Server zu spielen. Da wir an den Problemen mit diesem Servertyp arbeiten wollen, gilt es als nächstes herauszufinden, wie diese Spielergruppen in Beziehung zueinander stehen. Das ist wichtig, denn um die Situation zu verbessern, müssen wir der Mehrheit der Spieler Rechenschaft zollen und den Regelsatz so anpassen, dass es ihnen am Besten passt.

2.2 Verteilung der PvP-Motivation

In diesem Kontext hatten wir vor Kurzem eine [url=http://www.tibia.com/community/?subtopic=polls&page=show&ques tionaireid=320]Umfrage bezüglich eurer PvP-Motivation[/url], an der 2718 Spieler teilnahmen. Mit einer Ausnahme, waren mehrere Antworten gültig: 354 Spieler stimmten "keine, ich bin gegen PvP" und durften keine andere Option wählen. Daraus folgt, dass von den 2718 Spielern, die abgestimmt haben, 2364 an PvP interessiert sind.

Auch wenn die Antworten nicht direkt den drei Motivationstypen zugeordnet werden können, gibt die Verteilung dennoch einen guten Eindruck welche Gründe die Häufigsten sind. Die acht meistgewählten Optionen haben über 30% der aller Stimmen erhalten. Innerhalb dieser acht Antworten gibt es sechs, die alle eine Form der Bestrafung als Hauptmotivation mit sich tragen. Wenn ein Spieler jemand anderen bestrafen will, heißt das auch, dass er denkt, dass diese Bestrafung gerechtfertigt ist. Daraus folgt, dass diese sechs Antworten (Rächen eines Freundes; eigenes Rächen; Selbstverteidigung; Gerechtigkeit; Bestrafung eines Cheaters; Erteilen einer Lektion z.B. nach Beleidigungen) am ehesten von Spielers gewählt wurden, die Gerechtigkeit mittels PvP erreichen wollen.

Die verbleibenden Top-Antworten (Vergnügen; Krieg) können nicht klar zugeordnet werden. Zum Beispiel ist nicht deutlich, warum ein Spieler Krieg als Antwort auswählt. Einge kämpfen Kriege für Gerechtigkeit, andere sehen darin eine Herausfoderung, andere wollen dadurch Dominanz über einen Server erreichen. Spieler, die für Spaß gestimmt haben, sind eher keine Streiter der Gerechtigkeit, haben aber entweder Spaß am Kampf um Dominanz oder an der Herausforderung des Kampfes selbst.

Selbst wenn konkrete Zahlen nicht aus dieser Umfrage abgeleitet werden können, so zeigt es doch, dass die Hauptmotivation an PvP innerhalb der Tibia Spielergemeinschaft der Kampf für Gerechtigkeit ist. Herausforderung und Dominanz sind klar weniger relevante Gründe für PvP, aber dennoch nicht zu vernachlässigen. Dies im Hinterkopf, galt es nun die Hauptziele für PvP in Tibia zu definieren.

3. Ziele


Das erste Problem, dass sich einem stellt, wenn man die möglichen Vorgehensweisen erarbeiten will, ist die Frage, ob wir versuchen sollen, diese drei Gruppen auseinanderzubringen oder ob sie auch in Zukunft offenen PvP-Welten beheimaten sollen.

(Übersetzung wird fortgesetzt..)